Name: Tobias
Instrumente: Laute, Theorbe, Bouzouki, 6-String, 12-String
Programming
Musikalischer Werdegang/Ausbildung
Durch einen Schulfreund animiert, habe ich mir meine erste Gitarre zugelegt und gemeinsam mit ihm die Musikschule besucht. Da es aber leider sehr viele Dilettanten unter Musiklehrern gibt, vor allem wenn sie kurz vor der Pensionierung stehen und ein ausgewachsenes Burn-out an den Tag legen, so geschehen im meinem Fall, habe ich den professionellen und stinklangweiligen Teil der klassischen Ausbildung übersprungen und mir den theoretischen Teil in viel schweißtreibender Arbeit mit Hilfe sehr weniger aber sehr inspirierter Gitarristen aneignen können. Ich habe während meiner Schulzeit viel Blues- und Rock-Cover gespielt und irgendwann den für mich entscheidenden Schritt zum Metal gemacht. Während dieser ganzen Odyssee durch diverse Bands mit ihren diversen Stilrichtungen ist aber als einzige Konstante der Hang zur mittelalterlichen oder mittelalterlich inspirierten Musik geblieben. Neben den gängigen Größen dieses Genres, wie zuerst Clannad, dann Enya als Solokünstlerin, Loreena Mc Kennitt oder in gewissen Maße auch Jethro Tull… um die Gängigsten zu nennen, aber auch Szene-Urgesteinen wie Saltarello oder Poeta Magica, hat mich vor allem die Band Skyclad (welche damals noch gänzlich unbekannt war) maßgeblich geprägt.
Band-/Orchestermitgliedschaften, Studiotätigkeit
Diverse Rock, Punk – und Metalprojekte im Ruhrgebiet:
u.a. Critical Mind, SignsOfCorrosion, Pandochile, ein kurzes Intermezzo bei Marauder, Albion …hinzukommend unzählige fürchterliche Jam-Sessions in Pubs und verrauchten Kellern
Persönliche Fragen:
Gibt es etwas im Leben, das Dir ganz besonders wichtig ist und auf das Du auf keinen Fall verzichten möchtest?
Ich bin mir nicht sicher, ob es eine lebenswerte Existenz ohne Kaffee, Zigaretten und Bücher gibt – wenn ich nicht mindestens eine Stunde am Tag lesen kann, werde ich unleidlich.
Andererseits will ich nie wieder darauf verzichten müssen, mich, wenn mir alles zuviel wird, den Stubaigletscher oder ein anderes hochalpines Gebiet auf meinem alten, abgerittenen Snowboard hinunter zu stürzen. Oder mit Markus, unserem Roadie, in irgendeiner Felswand herumzubaumeln und sich garstige Witze, welche besser nie in die Öffentlichkeit gelangen, an den Kopf zu werfen.
Es gibt bestimmte Momente, z.B. nach einem Konzert, einer langen Skiabfahrt oder ähnlichem, da zünde ich mir mit meinem alten, halb kaputten Zippo-Feuerzeug, welches mich bisher an alle weit entfernten Orte, die ich besucht habe, begleitet hat, eine Zigarette an und verfalle in der Regel für einige Minuten in einen tranceähnlichen Zustand – dies ist eine der wenigen Konstanten, eine Art Ritual, in meinem Leben.
Oder etwas, das Dich sehr unglücklich macht?
Manchmal nicht die Freiheit zu haben, die Dinge zu tun, welche mich erfüllen – wir alle stehen einer finanziellen Realität gegenüber, welche uns von unserer Selbstverwirklichung abhält, viele zumindest.
Gibt es in Deinem Leben so etwas wie einen geheimen Traum?
Ja, aber wenn ich ihn verraten würde – wäre er ja nicht mehr geheim
Was würdest Du dir wünschen, wenn Du 90 Jahre alt bist?
Ich denke nicht, dass ich so alt werde, nicht bei meinem Lebenswandel und meinen Hobbys
Gibt es einen Künstler (nicht nur Musiker), der Dich besonders geprägt hat?
Andere Musiker und Künstler – Puh, also für das Melodieempfinden eines Jesper Strömblad würde ich schon töten, und der Wortwitz eines Martin Walkyier ist auch legendär…
Da gibt es so viele – unmöglich das auf Einzelne zu reduzieren. Ich habe mich nie für die großen Techniker, wie Petrucci oder Vai interessiert. Ich habe sie dann und wann gerne gehört – aber der Kniefall ist irgendwie ausgeblieben. Ich habe große Hochachtung vor der Disziplin, die es braucht, sich derartige Technik und Geschwindigkeit anzueignen (die ich nicht habe, nie hatte und auch nie haben werde) – oft ist es aber „nur“ Fleißarbeit und Sport.
Man kann tausende von Noten mit Überschallgeschwindigkeit spielen, ohne dabei Musik zu machen, manchmal reicht aber ein einziger gehaltener Ton an der richtigen Stelle – und die Zeit steht still! So was beeindruckt mich. Im Grunde muss es eine gute Mischung sein, ich liebe Geschreddere an der richtigen Stelle aber ebenso.
Als absolutes Ausnahmealbum der letzten 10 Jahre, im Bereich der extremen Musik, zählt für mich aber WINTERSUN (Jari Mäenpää). Als Gegenpol ist es aber nach wie vor Clannad bzw. Enya – als ich damals 1983 im Alter von 8 oder 9 Jahren zum ersten Mal „Robin the hooded Man“ hörte, ist irgendetwas mit mir passiert. Das war, ohne es damals zu wissen, die Initialzündung für ANNWN, zumindest für mich.
Oder eine CD, die Dich in besonderer Weise beeinflußt hat?
Im Grunde finde ich jede Woche eine neue „prägende“ Band… wie gesagt, ich bin extrem Musikbegeistert.
Häufig grabe ich auch wieder alte Sachen aus meiner Sammlung aus, welche ich damals für absolute Referenzwerke gehalten habe, und denke mir heute – hmmm… was habe ich mir denn dabei gedacht?
Für mich ist musikalische Prägung in stetiger Bewegung – ich gehöre hierbei nicht zu den ewig Gestrigen.
Was war Deine erste selbstgekaufte CD oder Schallplatte (bitte ehrlich sein!!!)?
Das weiß ich noch ganz genau – es war „Tarzanboy“ von Baltimora und „Always on my mind“ von den Pet Shop Boys. Die Singles! Ich habe sie immer noch.
Und Dein erstes Konzert?
Tja, wie immer habe ich auch hier keine halben Sachen gemacht – es war das letzte offizielle „Monsters of Rock“ mit Black Crows, Queensryche (Gott waren die schlecht), Metallica und AC/DC.
Und wenn man von AC/DC mit Metallica als „Vorgruppe“ in die „Kunst“ eingeführt wird – das ist schon ein lebensveränderndes Ereignis
Was war Dein schönstes musikalisches Erlebnis? Und was war Dein Schlimmstes?
Das ist leicht – war beides gleichzeitig mit nur wenigen Sekunden Versatz. Wir haben in Hannover zusammen mit FAUN einen Clubgig gespielt. Da wir den Supportslot inne hatten, war das Zeitfenster extrem eng. Es war ein Freitag und wir mussten irgendwie rechtzeitig in Hannover ankommen – ich sage nur Autobahn A2 an einem Freitag. War alles recht knapp, hat aber geklappt. Ich habe keine Ahnung, ob wir in der Werbung angekündigt waren oder nicht, auf jeden Fall senkte sich bei unserem Bühnen-Intro eine Art akademische, halb skeptische Stille über die Besucher des Konzertes. Unser altes Intro geht ohne Versatz in das „Madre Deus“ über – ein getragenes Stück mit schwerem Sequenzer-Beat, welcher noch ca. 10 Sekunden über den letzten gespielten Ton hinauspulsiert…
Es gibt verschiedene Schicksale einer Supportband nach dem ersten Titel – entweder der klassische Höflichkeitsapplaus, da man sich noch kein richtiges Bild machen konnte, Pfiffe, gefolgt von Buhrufen oder im Saal machen sich Nebengespräche, Unterhaltungen etc. breit, da es das Publikum mal grad gar nicht interessiert, was die Jungs und Mädels da oben abliefern…gut, damit kann man irgendwie leben – egal ob Pfiffe, Desinteresse oder fliegende Gläser
In unserem Fall passierte….NICHTS!
Absolute STILLE!!
Der letzte Ton verklang…und der Sequenzer bollerte noch ein wenig im Fade-Out herum…und von den Zuschauern kam keine, absolut KEINE Reaktion.
Wie gesagt, ich kann mit jeder Art von Rückmeldung umgehen…aber in diesem Moment habe ich mich nach einer gefühlten Ewigkeit nur noch nach einem Fluchtweg umgesehen. Man konnte sogar das Schließgeräusch des Thekenkühlschranks am anderen Ende des Saals hören.
Als durch das Verstummen des Sequenzers (10 Sekunden sind eine Ewigkeit) die Stille perfekt wurde… kam endlich der erlösende Applaus. Unser Publikum war halt einfach nur höflich und hat auch dem Sequenzer bis zum Ende zugehört. Das waren die längsten 10 Sekunden meines Lebens.
Was ist Dein Lieblingsfilm?
Da gibt es viele – ich bin ein fanatischer Cineast. Es hängt schwer von Genre ab, aber um einen kleinen Impuls zu geben – ich liebe den Stil der 80er Jahre. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es Filme gibt, die man sich unmöglich auf DVD, geschweige denn BlueRay ansehen kann. Die alten Italo-Zombiefilme MUSS man sich als VHS-Raubkopie ansehen. Geht nicht anders – HD tötet jede Atmosphäre!
Ich habe mit unserem Roadie Tom und seiner Freundin Tanja (Merch) so eine Tradition: Die TKK-Abende (Tee, Kekse, Kettensägen). Wir haben irgendwann festgestellt, dass es bei dem Film „Ein Zombie hing am Glockenseil“ auch so was wie Hintergrundbilder gibt, welche die „Handlung“ maßgeblich beeinflussen! 20 Jahre, nachdem wir ihn zum ersten Mal gesehen haben, haben wir die Geschichte dann doch mal verstanden…wir waren erschüttert!
Ich habe aber eine große (nostalgische) Schwäche für die Filme von John Hughes, was aber hier nicht weiter vertieft werden muss
„Le grand bleu“ von Luc Besson zählt für mich zu den außergewöhnlichsten und ergreifensten Filmen, die ich je gesehen habe, aber im Kern ist und bleibt es die Originalversion von „DUNE“ – selten so ein Gesamtkunstwerk gesehen – und hau mir mit der Fernsehverfilmung ab!
Und Dein Lieblingsbuch?
Puh, da gibt es auch so viele. Wie bereits erwähnt, wenn ich nichts zu lesen habe, werde ich sehr sehr unentspannt. Aber ich habe eine ausgesprochene Schwäche für Bernard Cornwell, der ist so schön dreckig...
Gibt es eine Roman- oder Filmfigur, mit der Du dich in besonderer Weise identifizieren kannst oder für die Du schwärmst?
Das ist eine schwere Frage. Da ich zwei bis drei Seiten in mir trage (wie die meisten von uns – bei mir vielleicht etwas stärker ausgeprägt) liege ich irgendwo zwischen Jacques Mayol aus „Le grand bleu” und Mark Anton aus der BBC/HBO-Serie „ROM“ – Kenner werden wissen, was ich meine, ich sage nur Blumentopf...
Wie sehen Deine kulinarischen Vorlieben aus?
Steak! english!
Was ist Dein Sternzeichen?
Löwe – durch und durch, mit allen Klischees
Welches Laster hast Du?
Wie viel Zeit hast Du??!
